Zionistische Kolonisation Palästinas

Grundlage der zion. Kolonisation Palästinas ist das Basler Programm der Welt Zionistenorganisation von 1897, in dem beschlossen wurde einen jüdischen Staat in Palästina zu gründen. Desweiteren weist der Zionismus auf die Balfour-Deklaration und die Mandatsvereinbarung Großbritanniens. Jedoch berichtet schon die UNSCOP 1947, dass weder Balfour Deklaration noch das Mandat die Errichtung eines jüd. Staatswesens erwähnen. Den Arabern sei in zahlreichen Dokumenten, wie dem McMahon-Abkommen, der Hogarth-Botschaft, dem Basset-Brief, der anglo-franz. Erklärung von 1918 u.a die Unabhängigkeit versprochen worden. Die jüdische Immigration ist stets auf der Basis des Mandats erfolgt, das eine einzige Regierung in einem unabhängigen und ungeteilten Palästina vorsieht. Die Mandatsmacht hat in mehreren Weißbüchern bestätigt, das "die jüdische nationale Heimstätte" nicht mit einem "Judenstaat" identisch ist. Die Briten hätten nie vorgehabt, dass Palästina so jüdisch werde, wie "England englisch".

Diese Aussagen sind Ausdruck der britischen Zweideutigkeit.

Trotzdem muss festgehalten werden, dass die Balfour-Deklaration und die Mandatsvereinbarung den Zionisten Unterstützung zugesprochen haben, in ihrem Bemühen bei der Kolonisation Palästinas. Bis zum Weißbuch von 1939 arbeitete die britische Mandatsregierung eng mit den Zionisten zusammen. V.a allem militärisch, was sich in der Niederschlagung des arabischen Aufstandes 1936-1939 zeigt. Die arabischen Palästinenser unterstanden der Herrschaft und Kontrolle der Mandatsregierung. Die jüdischen Einwanderer jedoch bauten sukzessive eine parallele Regierung (Jewish Agency, Histadruth, Haganah...) mit Unterstützung der Mandatsregierung auf. Dies stellte die Peel Kommision schon 1937 fest.

Natürlich wäre der Aufbau der zionistischen Staatsbasis nicht ohne die enorme finanzielle Unterstützung von reichen Zionisten möglich. Einer der ersten Gönner war Edmond de Rothschild. Aber auch die kulturelle und sozio-ökonomische Vormachtstellung der europ. Einwanderer gegenüber der feudalistisch geprägten arab. Palästinenser war ein wichtiger Aspekt des systematischen Aufbaus des zionistischen Staatswesen Israel. Wichtige Faktoren hierbei waren der Ausschluss der arab. Palästinenser. Wichtige zionistische Parolen waren u.a: "Eroberung des Landes", "Eroberung der Arbeit". D.h: Verbot der Anstellung von Arabern, Verbot von Rückverkauf von Land an Arabern. Erst so wurde der exklusive Charakter des Judenstaates möglich. Die Transformation des arabisch-dominierten Palästina in einen jüdischen Staat soll hier allgemein dargestellt werden.

Kolonisation von 1882-1912: "Eroberung des Landes"
Die erste Einwanderun (aliyah) fand 1882 statt. Den 10.000 einheimischen Juden Palästinas gesellten sich bis 1895 37.000 jüdische Einwanderer dazu (wobei die paläst. Juden-Jishuv- sich in ihrer Identität von den europ. Immigranten unterschieden) . Die Zahl der Araber wird mit 453.000 angegeben. Den paläst. Araber gehörten 99,5% des Landes. Palästina als politische Einheit war noch nicht definiert. Dies passierte erst zw 1906 bis 1922 zwischen den Kolonialmächten. Die Bevölkerung verstand sich als Araber in der "Region Palästina". Erst mit der massiven jüdische Immigration und der Gefahr des Identitätsverlustes formierte sich eine palästinensische Nationalbewegung, die sich als Teil der arabischen Einheit verstand.

Nach dem Basler Kongreß der WZO beschlossen die Zionisten das arabisch dominierte Palästina in einen Judenstaat zu transformieren. Anfangs wurden die Zionisten von Rothschild massiv gefördert. Jedoch sank die Unterstützung wegen prinzipiellen Differenzen. - Rothschilds Siedler hielten sich nicht an die Regel der "jüdischen Arbeit auf jüdischen Boden", sondern stellten auch Araber an. Dies stellte die unerfahrenen Einwanderer als Fremde im Land vor hohen Hürden. Der Ausschluss der arab. Palästinenser führte 1908 zum ersten antizionistischen Aufstand und der Herausgabe einer antizionistischen Zeitung in Haifa.
1907 wurde das "Palästina-Amt" der Zionistischen Organisation in Jaffa eingerichtet. Sie diente der Untersuchung des Landes und der Erschließung von Produktionsquellen. Im gleichen Jahr wurde der "Jüdische Nationalfond" (Keren Kayemeth) zum Zweck der finanziellen Unterstützung der Kolonialarbeit gegründet. Eine Kolonialbank, die "Jewish Colonial Trust", wurde schon 1898 gegründet. Das Palästinaamt schuf sogleich die "Palestine Land Development Company"(Hachsaharat Hayishuv) , die die zion. Landkäufe zentralisieren und nach strategischen Gesichtspunkten koordinieren sollte. Das feudalistische System im osmanischen Palästina erleichterte den Zionisten den Landkauf von Großgrundbesitzern (Effendis), die sich meistens im Ausland befanden und über den eigentlichen Landwert von den Zionisten bezahlt wurden. In den nächsten Jahren wurden etliche zion. Gesellschaften gegründet, die einen systematischen und kontrollierten Aufbau eines jüdischen Staatswesen unterstützen sollten. Das landwirtschaftliche Palästina wurde innerhalb der jüdischen Kolonien industrialisiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur wenige arab Industrien, v.a in den größeren Städten, allen voran Haifa und Jaffa.

Die jüdischen Siedlungen - Kibbuzim, Moshavim und Kvutzot- wurden koordiniert an strategisch wichtigen Stellen in Palästina angelegt. Die ganze Eingliederung der jüd. Immigranten wurde von etlichen zion. Stellen koordiniert und geregelt. Schulungsläufe zur Gründung einer jüdischen Arbeiter- und Landwirtschaft sowie zur Förderung des Neu-Hebräisch wurden forciert. 1903 wurde in Jerusalem die erste "Hebräische Schule" gegründet, nachdem der Zionistenkongreß 1901 sich für Hebraisch als offizielle Sprache entschied. In den nächsten Jahren wurden etliche Schulen, Gymnasien, Technikum, Bibliotheken, Kindergärten, versch. Ausbildungszentren und Kunstgewerbeschulen gezielt gebaut. Langsam entstanden medizinischen Zentren und religiöse Institutionen. Definition der jüd Siedlungen und soz. charakter s79

Die jüdischen Siedler führten die kapitalistische Wirtschaft in Palästina ein. Moderne Technik und Lebenshaltung durch die Immigranten aus Europa provozierte einen Zusammenstoss von diametral entgegensetzten Kulturen, der für die Araber zerstörerische Folgen hatte. Der systematische Aufbau eines zionistischen Machtapperates auf lokaler und "nationaler" Ebene verstärkte die sozio-kulturelle Unterlegenheit der paläst Araber auch politisch. Den Zionisten gelang es, durch gezielte Planung und massiver finanzieller Unterstützung, schon sehr bald embyonale Formen einer künftigen Schatten- und Selbstregierung zu entwickeln. Als der Erste Weltkrieg zu Ende ging, verfügten die Zionisten über politische, wirtschafltiche, finanzielle, und kulturelle Strukturen, die sie ihrem Ziel bedeutsam näher brachten. Das war die Phase der "Grundlegung der zion. Institutionen". - Noch vor der britischen Mandatsregierung.

1882 gab es fünf jüd. Siedlungen, 1914 schon 47. Zwischen 1882 und 1917 wanderten zw 80 000 und 100 000 Juden nach Palästina ein. Bemerkenswert ist, dass nur etwa die Hälfte im Land blieb. Bevorzugtes Ziel der jüdischen Migranten waren die USA. 1919 zählte Palästina 58 000 Juden und 642 000 Araber. Der jüd. Bodenbesitz hat sich auf 650 000 Dunum (2,48% Palästinas) vergrößert.

Die Kriegszeit von 1914-1918 bedeutete für die Zionistische Organisation in Palästina eine Epoche der "Erhaltung des Bestehenden". Erst der 12.Zionisten-Kongreß 1921 konnte wieder eine expansive Palästina-Politik forcieren.

Der Höhepunkt der Kolonisation von 1919-1939: "Eroberung der Arbeit"
Der 12.Zionisten-Kongreß von Karlsbad schuf ein Kolonisationsamt, das die Siedlungsarbeit in Palästina zweckmäßiger gestalten sollte. Alle bedeutenden zion. Repräsentanten gehörten diesem Amt an: die Leiter der wichtigsten Siedlerressorts (Landwirtschaft, Industrie und Handel, Bauwesen, technisches Zentralamt, Arbeit und Einwanderung, Sanitätswesen, jüdischer nationafond, alle Banken und das Waad Leumi (jüdischer Nationalrat). Während bis 1921 der Landerwerb forciert wurde, sollte nun parallel dazu die Wirtschaft und die Struktur der Institutionen forciert werden.

Trotz Balfour-Deklaration und Mandat zog es die Juden nicht nach Palästina. von 1919 bis 1923 kamen, trotz etlichen zion Werbestellen in Europa, nur 35.000 Juden nach Palästina. Erst nach dem Aufstieg Nazi-Deutschland erhöhte sich, notgedrungen, die Einwanderung nach Palästina. Im Jahre 1935 kamen 30 mal so viele Juden nach Palästina wie 1928. Damit vergrößerte sich die Notwendigkeit neues Kapital zu erschließen. Die Zustimmung zum Zionismus erhöhte sich in drastischer Weise nach dem Aufstieg Nazi-Deutschlands. Bis dahin war diese Ideologie bei dern Juden weltweit nicht verbreitet. Die Unterstützung kam bis dahin in erster Linie aufgrund imperialistischer Ambitionen. Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten erhöhte sich die ideologische und matrielle Unterstützung der Zionisten v.a durch amerikanische Juden.
1920 wurde der Keren Hayesod als Hauptinstrument der Finanzierung der zionistischen Arbeit in Palästina gegründet. Der Jüdische Nationalfond (Keren Kayemeth) wurde zur Durchführung der Bodenpolitik ausgebaut. Mit den 30er Jahren erhöhte sich die finanzielle Unterstützung. 1939 belief sich alleine das Netto-Einkommen des Keren Hayesod auf 17 Millionen Dollar (zw. 1921 und 1929 20 Mio Dollar), was zur damaligen Zeit eine beachtliche Summe darstellte. Daneben ging der größte Kapitalfluß u.a an die Keren Kayemeth, Hadassah, Joint Distribution Committee, Palestine Economic Corporation. Um den Kapitalfluß zu lenken schufen die Zionisten v.a in den 20er Jahren ein differenziertes Bankensystem (Arbeiterbank, Hypothekenbank, Industriebank, Volksbank, Anglo-Palestine Bank..)
Die zionistische Politik zielte nun ganz darauf ab, die "großen Geldgeber davon zu überzeugen, dass Palästina eine praktische, geschäftsmäßige (busniss-like), und realistische Lösung des Problems des jüdischen Leidens in Europa war". In diesem Sinne verabschiedete der 12.Zionisten-Kongreß 1921 den Beschluß, "in der Diaspora Handels- und Industrieagenturen zur Anregung, Heranziehung und Förderung jüdischer Interessen" in Palästina zu gründen. Ein anderer Faktor des Kapitalflusses waren die "capitalist immigrants", die in den 30er nach Palästina immigrierten.

Die Forcierung der Industrialisierung zeigt sich auch in der Kapitalverteilung: Vor 1925 investierten die Zionisten 12,5 Mio Dollar an Kapital in die Industrie, zwischen 1933 und 1939 waren es 35 Mio Dollar an Kapital und 25 Mio an technischer Ausrüstung. Natürlich industrialisierte die Zion. Organisation Palästina nicht zum Wohle der ganzen Bevölkerung, sondern setzte die Industrialisierung bewußt als Herschaftsmittel, im Sinne des Ausschlußprinzips der paläst. Araber, ein. 1921 gab es 1850 jüdische Betriebe, 1937 schon 5606. Davon fanden sich 540 Fabriken mit mehr als zehn Arbeitskräften. Der Schwerpunkt lag in der Nahrungsmittel-, der Textil-, der Metall-, der Stein- und Zement, der Maschinen und der chemischen Industrie. Die britische Verwaltung unterstütze die jüdische Industrie durch Schutzzölle und, je nach Bedarf, Einfuhr- und Ausfuhrbestimmungen. Ein besonders deutliches Beispiel dür die Förderung der jüdischen Industrie ist die "Palestine Electric Corporation" von Pinhas Rutenberg, dem die Mandatsverwaltung die Konzession für die exklusive Ausbeutung elektrischer Energie in Palästina überließ. Die komplette Stromgewinnung und -versorgung lag in den Händen von Rutenberg. Besitz und Boden, die die "Palestine Electric Corporation" brauchte, wurden von der Mandatsverwaltung enteignet und zur Verfügung gestellt.

Der zion. Landbesitz stieg, aufgrund des großen Kapitalflußes an die "Palestine Development Company"(Hachsaharat Hayishuv) und an den Jüdischen Nationalfond (Keren Kayemeth), von 2,48% im Jahr 1919 auf 5,6% im Jahr 1939; dies entsprach jedoch 14,04% des kultivierbaren Bodens. Der Landbesitz reichte zwar für die enorm gewachsene jüdische Bevölkerung aus (20,3% des erworbenen Landes waren sogar nicht verpachtet), doch für den politischen Machtanspruch des Zionismus stellte der geringe Landbesitz eine Schwierigkeit dar.
Die zionistische Bautätigkeit, die 1931 noch 347 Zimmer und 20 Geschäfte realisiert hatte, brachte es 1933 schon auf 3833 Zimmer und 173 Geschäfte. Die Zahl der jüdischen Siedlungen zwischen 1919 und 1939 verdreifachte sich von 71 auf 252. Die Zionisten fokusierten die fruchtbaren und strategisch wichtigsten Gebiete im Süden von Tel Aviv, im Norden von Haifa, in der Ebene von Esdraelon, im Jezreel-Tal, im Jordan-Tal und in der Küsteneben zwischen Jaffa und Haifa. 1929 stellte der Zionisten-Kongreß fest, dass die Zahl der "Genossenschaften für Kredite, Einkauf und Verkauf, für Banken, für öffentliche Arbeiten...so gross ist, dass man Palästina als das kooperative Land nennen kann." Indessen vermerkten die Zionisten selbst, dass der Aufbau eines weitverzweigten Genossenschaftswesens nicht primär durch die Suche nach neuen gesellschaftlichen Formen bedingt war, sondern durch finanzielle, geographische und machtstrategische Überlegungen. Einer Genossenschaft war es - verglichen mit einer Einzelkolonisation- zb einerseits möglich, quantativ mehr Land zu beherrschen und andererseits rascher zu expandieren. Das Genossenschaftswesen sah sich stets zionistisch-nationalistisch und nicht sozialistisch. 1920 wurde die Einheitsgewerkschaft "Histadruth" gegründet, die sich nebenbei auch als "kapitalistischer Unternehmer, Bankier, Versicherungsgesellschaft, Landbesitzer und Agentur für soziale Sicherheit" betätigte. Ende der 30er zählte die Histadruth über 150.000 Mitglieder. Sie war ein Eckpfeiler des "Embryostaates". Es versteht sich von selbst, dass die Mitgliedschaft nur Juden vorbehalten war. Die Einheitsgewerkschaft organisierte auf "nationaler" Basis den Boykott arabischer Arbeitskräfte und arabischer Waren; sie bekämpfte jene Juden mit allen Mitteln, die in der Anfangsperiode noch wagten, arabische Palästinenser zu beschäftigen.

1929 wurde die Jewish Agency als Vertretung der Juden und Ansprechpartner beim britischen Mandatar gegründet. Allein sie war befugt, mit dem Mandatar zu verhandeln. Die Jewish Agency übernahm aber auch die Verantwortung für die internen Angelegenheiten der in Palästina lebenden Juden. Die Peel Kommission beschrieb sie 1937 als eine Regierung, die Seite an Seite mit der Mandatsregierung in Palästina herrsche.
Die Konstitution der Jewish Agency enthielt spezielle Klauseln. So hieß es im Artikel 3, Absatz d, dass Land "als jüdisches Eigentum" erworben und als "unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes" erhalten werden muss. Absatz e schrieb vor, dass die Jewish Agency die landwirtschaftliche Kolonisation mit jüdischer Arbeit fördern soll und dass es "ein Grundsatz sein muss, dass jüdische Arbeitskraft eingestellt wird". "Was aber die Zionisten anbetrifft, so wollten sie nach ihrer Ankunft in Palästina nicht nur die Reichtümer ausbeuten, sondern sich auch des Landes selbst bemächtigen, die arabischen Bauern vertreiben und sie ersetzen. Sie führten oft eine gewalttätige Kampagne für das, was sie "jüdische Arbeit" und später "jüdisches Produkt" nannten." (Eli Lobel)

Im Jahre 1939 zählte Palästina 977 498 Araber (70%) und 445 457 Juden (30%).

Zionistische Kolonisation 1940-1948: Militärische Eroberung

Dies war die Zeit der strategisch-militärischen Phase und der illegalen Einwanderung. Nach der Beschränkung der Einwanderung durch die Mandatsverwaltung kam es zum Beginn des zionistischen Terrors gegen britische Einrichtungen.
Aufgrund des geringen Fortschritts beim Landkauf in Palästina, intensivierten die Zionisten ab 1940 ihre Politik des strategischen Bodenbesitzes. Neues Land wurde vor allem in Gebieten gekauft, die einen hohen militärischen Wert besassen. Die Politik der strategischen Landkäufe lässt sich v.a bei einem Vergleich der beiden Teilungsvorschläge 1937 (Peel Kommission) und 1947 (UN-Kommission) erkennen.
Alleine 1948 erhielten unter 18 zionistischen Gesellschaften der Keren Kayemeth 39 006 102 Mio, der Keren Hayesod 35 841 225 Mio Dollar Spendengelder aus den USA.

Zu diesem Zeitpunkt verfügten die Juden auch über ein ausgebildetes Parteienwesen. Die letzten Wahlen vor der Ausrufung des Staates Israel brachten am 1.8.1947 folgendes Ergebnis: "Mapai" 63 Sitze, Linke Front ("Hashomer Hazair" und "Poael Zion") 21, "Aliyah Hadasha" 18, Poael Hamizrahi 17, Ahdut Avoda 16, Mizrahi 7, KP 3.

Historisch am wichtigsten in dieser Epoche war jedoch der Ausbau der zionistischen Streitkräfte., die 1947 über due "Jewish Settlement Police", die "Mishmar Haam", die Feldarmee "Knish", die Elitegruppe "Palmach", die "Khim"-Milizen, die "Irgun Zvei Leumi" und die "Stern"-Gruppe verfügten. Mit Ausnahme der letzten zwei gehörten alle Truppen offiziell der "Haganah" an. Die anglo-amerikanische Untersuchungskommission bezifferte die Stärke der Khim auf 40 000, die der Feldarmee und Siedlerpolizei auf 16 000, die der Palmach zw 2000 und 6000, die der Irgun auf 3000 bis 5000 und die der Stern-Gruppe auf 200 - 300 Mitglieder. Die wichtigsten kämpferischen Erfahrungen sammelten die jüdischen Truppen im Ersten Weltkrieg, in den Unruhen von 1929 und im Zweiten Weltkrieg, an dem 27 028 Juden aus Palästina an der Seite Großbritanniens teilnahmen. Ohne die direkte Unterstützung der Mandatsmacht wäre die Stärkung der zion Truppen nicht möglich gewesen. Während des arabischen Aufstandes von 1936 autorisierten die Engländer die "Jewish Settlement Police", unterstützten sie mit Waffen und erlaubten ihr, sich überall in Palästina frei zu bewegen. Die erfolgreichste Zusammenarbeit zwischen Briten und Zionisten war mit der Errichtung der "Special Night Squads" erreicht, die der britische Offizier OrdeWingate zur Niederschlagung des arab Aufstandes verwirklichte. 1936 bewilligte die britische Mandatsverwaltung die Rekrutierung von 1240 zusätzlichen jüdischen Hilfspolizisten ("Notrim"), die ebenfalls einen exzellenten Rahmen für die Ausbildung der Haganah darstellten. Viele Haganah-Führer, wie Yigal Yadin, Moshe Dayan und Shimon Avidan wurden in strategische Kurse von den Briten ausgebildet.
1945 kündigte die Zionistische Organisation die allgemeine Wehrpflicht in den jüdischen Siedlungen an. Waren vorher nur jene Jugendliche zu den Waffen gerufen worden, die bereits ihre Schulzeit beendet hatten, so galt nun die Dienstpflicht auch für alle 17-18 Jährigen.
Vor dem Ausbruch des Krieges waren somit die zionistischen Streitkräfte den eingreifenden arabischen Armeen sowohl zahlenmäßig als auch hinsichtlich der Ausrüstung und Taktik überlegen.

Walter Hollstein, "Kein Frieden um Israel, Zur Sozialgeschichte des Palästina-Konfliktsl", 1984 Promedia Verlag, Wien